Positive Resonanz auf Themenabend gegen Homophobie im Amateurfußball

Homophobie

"In unserem Verband ist für Homophobie kein Platz“, so stellte der Präsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein Alfred Vianden direkt zu Beginn des FVM-Themenabends gegen Homophobie im Amateurfußball klar. Rund 250 Zuschauer waren am 18. März 2010 ins Deutsche Sport & Olympia Museum gekommen und verfolgten die von RTL-Moderatorin Ulrike von der Groeben geleitete, spannende Podiumsdiskussion „Einer von 11 ist schwul!“, die Mut machte, aber auch zum Nachdenken anregte.

Auch wenn die beiden Jüngsten auf dem Podium, der geoutete Schiedsrichter Hilko Paulsen und der ebenfalls offen schwul lebende Bezirksligaspieler Dominik Sievers dem Podium deutlich machten, dass sie im Amateurbereich nach dem Bekanntwerden ihrer Homosexualität keine negativen Erfahrungen gemacht haben, so wurde aus ihren Beiträgen und auch aus den Einwürfen des Come-Together-Cup-Organisators Andreas Stiene und der ehemaligen Bundesligaspielerin Claudia Bubenheim vom FSV Frankfurt deutlich, dass alle Betroffenen im Vorfeld ihres Outings eine Phase großen Nachdenkens durchlaufen, Angst haben und negative Reaktionen befürchten, bevor sie sich schließlich öffnen können. Über ähnliche Ängste, innerhalb und außerhalb des Sports, konnte auch Schauspieler und Kabarettist Georg Uecker berichten.

„Wir hoffen, dass nach dem heutigen Abend der Umgang mit dem früheren Tabu wesentlich leichter wird. Die Podiumsgäste haben sehr gut verdeutlicht, dass Schwul- und Lesbisch-Sein in unserem Fußball-Verband etwas vollkommen Normales darstellt. Jeder ist bei uns willkommen, egal, wodurch er sich von den anderen im Fußball unterscheidet“, resümierte der zuständige FVM-Vizepräsident Dr. Stephan Osnabrügge und blickt zugleich voraus: "Allein die Durchführung des Themenabend führt dazu, die Akzeptanz von Homosexualität bei den im Verband, in den Kreisen und in den Vereinen aktiven Personen noch zu verbessern. Eine Scheu bei Betroffenen, sich so zu geben, wie sie sind, kann und muss durch ein tolerantes Umfeld abnehmen. So lange es solche Ängste aber gibt, ist die begonnene Entwicklung und die Arbeit des Verbandes nicht abgeschlossen."

Mit dem Themenabend ist im FVM erst der Anfang gemacht, das Thema offensiv zu bearbeiten. "Es geht weiter", sagte Osnabrügge. "Die Kommission für gesellschaftspolitische Fragen und das FVM-Präsidium werden sich dafür einsetzen, unsere diesbezüglichen Anstrengungen in unsere Konzepte und natürlich in eine umfassende Erklärung des Verbandes gegen jede Form von Diskriminierung einzubringen.“